Bergsteigen : Im Banne des Giganten: Der lange Weg zum Eiger

Im Banne des Giganten: Der lange Weg zum Eiger

EUR 12,00


Es dauert ein paar Dutzend Seiten, bis der auf dem Cover erwähnte und abgelichtete Gigant allein namentlich auftaucht. Und dann bringt der Leser noch einmal einige Kapitel hinter sich, bis der Gigant auch physisch beziehungsweise der Autor bei ihm ist: beim schweizerischen Eiger, dessen Nordwand seit Generationen einen berühmt-berüchtigten Ruf genießt. Allein diese textliche Gewichtung macht deutlich, dass es nicht nur um diese eine Besteigung geht. Der Untertitel des Buches, das die Sunday Times als absoluten Klassiker der Bergliteratur preist, lässt es ebenfalls erahnen. Er lautet: Der lange Weg zum Eiger. Doch damit keine falschen Eindrücke entstehen: Dieses Vorspiel ist alles andere als langweilig, vielmehr erlaubt es intensive Einblicke in das Leben und Denken des Extrembergsteigers Joe Simpson, der sich in seiner britischen Heimat längst den Beinamen Serial Survivor erworben hat. Zu dieser Ehre gelangte er, weil er bereits mehrere Male dem Tod respektive Abgrund ins Auge blickte, nachzulesen in seinem Bestseller Sturz ins Leere. Das Angenehme an Simpsons Erzählungen: Er unterscheidet sich zu zahlreichen schreibenden Bergsteigerkollegen allein dadurch, dass er seine eigene Leistung nie überhöht darstellt. Im Gegenteil: Der Leser bekommt es mit einem selbstkritischen, zuweilen unsicheren und ängstlichen, kurzum sympathischen Menschen zu tun, der längst nicht nur von Glücksgefühlen schreibt, sobald er einen Eispickel in die Hand bekommt. Trauer spielt zum Beispiel eine Rolle, ganz besonders wenn sein Freund stirbt. Das passiert zwar beim Drachenfliegen, macht aber schlagartig wieder bewusst, dass sich Simpson und seine Freunde ständig an lebensbedrohlichen Grenzen bewegen. Warum solche das Leute tun und wie sie sich im Machtkampf mit der gewaltigen Natur fühlen, zeigt Simpson überdeutlich auf. Mit dieser feinfühligen Analyse wird Simpson all jene begeistern, die auch diesen Drang verspüren, die eigenen Grenzen zu testen. --Christian Haas

Packend, humorvoll und gut zu lesen - Als Nicht-Bergsteiger mit einer Faszination für diesen Sport hat mich das Buch gefesselt , begeistert und unterhalten. Weitaus weniger dramatisch als z.Bsp. das Buch von Krakauer In Eisigen Höhen ist es weniger unheimlich aber trotzdem spürt man gut die Anspannung, die Dramatik und die Herausforderung einer solchen Unternehmung . Werde mich gleich das erste Buch von Simpson, Im Freien Fall bestellen.

Einfach nur faszinierend - Joe Simpson hat mit diesem Buch kein heroisches Buch über das Bergsteigen geschrieben. Im Gegenteil, er hinterfragt den Sinn des Bergsteigens, des Extrem-Kletterns.Er schildert seine Bedenken und seine Ängste, die ihn immer wieder hintertreiben. Simpson legt schonungslos die Gedanken dar, die ihn befallen, wenn er eine Nachricht vom Tod eines befreundeten oder ihm bekannten Bergsteigers erhält - was leider nur zu oft der Fall ist.Joe Simpson selbst hat schon schwere Unfälle erlebt, aber er ist immer mit dem Leben davongekommen. Jetzt will er sich zurückziehen und einen letzten Gipfel mit seinem Freund Ray erklettern - die Eiger-Nordwand. Ob ihm dies gelungen ist, soll der interessierte Leser selbst herausfinden ...Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, sind die historischen Abrisse über die Bergsteiger, die Simpson stets ein Vorbild gewesen sind, durch die er überhaupt erst zum Klettern gekommen ist.Ein äußerst empfehlenswertes Buch für alle, die von der Bergwelt fasziniert und am Bergsteigen interessiert sind ...

Joe Simpson - Im Banne des Giganten - Wer - wie ich - über Sturz ins Leere ein begeisterter Leser von Joe Simpson geworden ist und über Spiel der Geister tief in das Leben und die Motivation des Joe Simpson geblickt hat wird von diesem Buch ehrlich begeistert sein.Sicher erwartet jeder Leser ab der ersten Seite ein Buch über den Eiger, doch für mich ist der Weg dorthin fast wichtiger als das Ziel. Beeindruckend schreibt Simpson über seine Abenteuer und Touren und ist in seinen Gefühlen und Ängsten sehr nachvollziehbar. Simpson schreibt über das, was uns Bergsteiger bewegt, über den Spannungsbogen von Triumph und Glücksgefühl bis hin zu Fehlentscheidungen und Überlebenskampf. Bewegend und erschütternd sein Fazit zum Extrembergsteigen, den verlorenen Menschenleben und dem Verlust von Freunden und Partnern.Von daher ist der Leser gut vorbereitet, um sich der Ernsthaftigkeit der Eiger Nordwand gemeinsam mit Simpson zu nähern. Auch heute - im Zeitalter perfekter Ausrüstung und perfekter Rettungsmassnahmen - ist die Tour objektiv gefährlich und stellt die psychische Kondition der Bergsteiger auf eine harte Belastungsprobe. In der Vorbereitung auf diese Tour schafft Simpson die Aufarbeitung der Besteigungsgeschichte der Eiger Nordwand und die Helden und Schicksale werden Teil dieser persönlichen Auseinandersetzung - die Distanz einer Berichtserstattung anderer Bücher ist hier aufgehoben. So passt das überraschende Treffen mit einerm der Erstbegeher, Anderl Heckmair, in diese emotioanle Auseinandersetzung mit dem Eiger. Die Tour selbst, die Gefahren, die Zweifel, der Tod einer anderen Seilschaft, der riskante Rückzug, alles vermittelt das Gefühl der dritte Mann in dieser Seilschaft zu sein. Insgesamt ein hervorragendes Buch über das Bergsteigen, das m.E. in der Tradition der Bücher grosser Bergsteiger und -autoren steht und in seiner modernen Form den Bücher von Rebuffat nicht nachsteht.Mit dem Alpinisten Joe Simpson kann man den Alpinismus hautnah erleben.Absolut empfehlenswert.




Im Banne des Giganten: Der lange Weg zum Eiger